Das Laotische Dorf

Das unter dem Dach der Académie entwickelte Kunst-Projekt "Das Laotische Dorf" will durch diesen Namen weder Programmatisches noch Nachzubauendes bezeichnen, sondern zuvorderst das Fremde, das Nicht-Passende zum Ausdruck bringen. Wenn sich allerdings gewisse inhaltliche Bezüge durch diesen Namen einstellen, so ist das vom Autor weder ungewollt, noch wurde es von den beteiligten KünstlerInnen bisher als unangenehm empfunden. Das Projekt fand seinen Anfang in ersten Versuchen im Jahr 1998 und wird seitdem kontinuierlich fortgeführt. Der Begriff Dorf umfasst die Absicht, einen Ort für das Zusammenkommen zu schaffen und sich im Zusammenarbeiten, für eine Weile zusammenbleibend auseinanderzusetzen. Ein Aspekt, der im übrigen auch für die Académie zutrifft. Der Bau von Hütten, von Objekten, deren Ansammlung eine dorfähnliche Gemeinsamkeit aufweist. Ein Dorf ist ursprünglich im Gegensatz zur Stadt in seiner Struktur selten voraus geplant worden, sondern gewachsen. Es wächst hier als Bild von einem Dorf, als Kunstwerk "Das Laotische Dorf" immer noch. Ein Performativ mit viel gründender Dinglichkeit, es gibt Häuser, Hütten, Garten und Landschaft. Dabei geht es im vorgenommenen Kunstwerk um ein Unbedingtes, um Experiment und Kommunikation.

Eine Hütte

Die Hütten, die Anpflanzungen und die Landschaftsgestaltung im Bereich des Dorfes im Tal, an der Biegung des Flusses Baysolle sind in ihrer dinglichen Präsenz nicht als Kunst zu identifizieren, vielmehr bleibt deutlich, dass es sich dabei um Nicht-Kunst handelt. Erst durch diese Negativ-Feststellung kann es als Kunst interpretiert werden.

Das Laotische Dorf

"Das Laotische Dorf" versammelt Leute, die mit dieser o.ä. Auffassung in ihrer eigenen künstlerischen Arbeit operieren, unter einem Dach. Mittlerweile gibt es über 19 eigenständige Objekte, an denen im Laufe der Zeit mehr als 30 Personen jeweils gearbeitet haben und weiterhin arbeiten werden. Das dadurch immer wieder neu entstehende Zwischen-den-Hütten, als wie zwischen Kunst und Leben, ist ein wesentlicher Gegenstand der künstlerischen Untersuchungen, eine der Unendlichkeit des Denkens verpflichtete ästhetische Arbeit.